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1/10 - Beachte die Bauphysik

December 2, 2017

Die Grundregel „innen dichter als außen“, ist hinlänglich bekannt. Dennoch darf nicht übersehen werden, dass es insbesondere in den Sommermonaten zu einer Umkehr der Diffusionsströme kommen kann, wodurch in diesem Fall Kondensation in der Konstruktion nicht auszuschließen ist. Demnach stellt eine möglichst gleichmäßige, durchgehende Diffusionsdichtheit, das größte Toleranzpotenzial dar, wenngleich aufgrund der EU-Energieeffizienzrichtlinie, monolitische Bauteile kaum mehr den gesetzlichen Anforderungen genügen und so mehrschichtige Aufbauten notwendig wurden. Konvektionsströme durch undichte Dampfbremsenanschlüsse, oder Durchführungen, führen dazu, dass warme und feuchte Luft an kältere Bauteile gelangen kann. Hier kühlt diese ab, und es kommt insbesondere in den Wintermonaten, zu Tauwasserausfall. Im Sommer kann ein geänderter Diffusionsstrom auftreten, wodurch selbst bei dichter Folie ein Feuchteanfall zwischen Folie und Dämmung nicht auszuschließen ist. Hierbei werden Lösungen in der Verwendung von feuchteadaptiven Dampfbremsen gesucht, die eine ausreichende Rücktrocknung bewirken sollen. Die Wirkungsweise ist zwar physikalisch nachgewiesen, sodass bei hoher Luftfeuchtigkeit der sd-Wert sinkt, somit diffusionsoffener wird, und bei trockener Luft der sd-Wert steigt, somit diffusionsdichter wird. Gerade aus diesem Grund hat die „intelligente“ Folie aber im Wohnbau nichts verloren. Hier sind Folien mit einem sd-Wert von mind. 20m zu verwenden, da es gerade in den Wintermonaten, oft zu hohen relativen Luftfeuchtewerten in den Wohnungen kommt, wodurch eine ungewollte Befeuchtung der dahinter befindlichen Dämmung nicht auszuschließen ist. Umgekehrt darf man sich von der gewünschten sommerlichen Rücktrocknung einer feuchteadaptiven Dampfbremse keine Wunder erhoffen, wodurch sich keinesfalls Leckagen kaschieren lassen.

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