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2/10 Planung von Dachkonstruktionen

January 6, 2018

Zugegeben, wir sind doch schon froh, wenn es überhaupt Details zu heiklen Anschlussstellen und Ausführungskonstruktionen gibt. Doch lässt sich nicht jedes Standarddetail über jede Problemstellung stülpen. Zudem ergeben normgemäße Lösungen nicht zwingend fehlertolerante und schadensfreie Bauten, wenn diese von zu vielen Rahmenbedingungen abhängig gemacht werden. Jeder von ihnen kennt die üblich ausgeführte Vollsparrendämmung, die bei funktionierender Dampfbremse und diffusionsoffener Vordeckbahn, unter normalen Rahmenbedingungen schadensfrei sein sollte. Um eine mögliche Feuchtigkeit in der Konstruktion erfolgreich zur Rücktrocknung zu bewegen, kommt meist eine feuchtadaptive Dampfbremse zum Einsatz. Doch ist es nicht widersinnig Bauteile zu planen, bei denen von vornherein davon ausgegangen wird, dass diese durch Kondensat geschädigt werden können? Wäre es nicht sinnvoller Konstruktionen derart auszuführen, dass ein Feuchteeintrag erst gar nicht erfolgen kann, z.B. durch eine Ablüftungsmöglichkeit über der Dämmebene, und das in einer Phase, wo das Wasser noch dampfförmig ist? Bei nicht hinterlüfteten Dämmebenen mit geringen Dachneigungen, werden zudem diffusionsoffene Folien mit erhöhter Regensicherheit als Unterdeckbahn gefordert, dessen Produktauswahl einerseits äußerst bescheiden ist und andererseits bei Flachdachkonstruktionen derartige Folien ohnedies nicht möglich sind. Besonderes Augenmerk ist hierbei auf die Detaillösungen bei Flachdächern in Holzbauweise zu legen. Von Holzriegelkonstruktionen mit innenseitiger Dampfbremse und außenseitigen dampfdichten Abdichtungssystemen wird an dieser Stelle, dringend abgeraten. Hingegen haben sich z.B. HSB-Plattenelemente ohne innenseitiger Folie in der Praxis durchaus bewährt. Grundsätzlich bieten folienlose Konstruktionen jedenfalls anwendungstechnische Vorteile und zeichnen sich  als fehlertolerante Bauteile aus. Hingegen zeigen die bekannten "7 goldene Regel für ein nachweisfreies Flachdach", wie sensibel und fehleranfällig derartige unbelüftete Dächer sind. Berücksichtigt man zudem die heutzutage verwendeten Dämmstärken, entspricht eine derartige Bauweise keinesfalls mehr den  Regeln der Technik.

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