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5/10 Lüftungskonzepte

May 19, 2018

Wie schon mehrfach erwähnt steht an oberster Stelle der Prävention die Schaffung größerer Toleranzen. Bei all unseren Überlegungen, warum wir heute insbesondere in sanierten und neu errichteten Gebäuden mehr Schimmel haben als früher, dürfen wir nicht die sich ändernden klimatischen Bedingungen ausklammern. Dass früher Rohbauten über den Winter trocknen konnten, hatte rein pragmatische Gründe, wobei das Klima es ermöglichte, dass die sommerliche Feuchteanreicherung der Gebäude, in den kalten, trockenen Wintermonaten ausreichend abgetrocknet wurde. Betrachten wir die letzten Jahre, so wird ersichtlich, dass einerseits in den milden Wintermonaten die Trocknung nicht so intensiv möglich war, und zudem die immer feuchteren Sommermonate eine Überbeanspruchung der Innenräume verursachen. In Kombination mit den immer dichteren Gebäudehüllen, führt das bei gleichbleibendem Lüftungsverhalten, zu einer zusätzlichen Verschärfung der Situation. Aktives Lüften ist kein Randthema mehr, sondern muss insbesondere im Wohnbau einen integralen Bestandteil der Planung darstellen.

 

Nicht die Wärmedämmung oder das neue Fenster sind schuld an den vermehrten Schimmelproblemen in den Wohnungen, sondern das fehlende Zuendedenken der Sanierungs- bzw. Baumaßnahmen. Wird die Gebäudehülle dicht, so fehlt der bisherige übliche natürliche Luftaustausch, der somit mitzuplanen ist. Höhere Lüftungsintervalle stellen uns vor neue Herausforderungen, da arbeitende Personen kaum in der Lage sind mehr, als 2x täglich zu lüften, geschweige denn einen 0,5fachen hygienischen Luftwechsel durch alleiniges Fensterlüften sicherzustellen. Eine allseits empfohlene bedarfsgerechte Lüftung, lässt sich manuell defacto nicht umsetzen, da zu viele Parameter jeden Lüftungsleitfaden zu Fall bringen. Letzten Endes wird es zur Toleranzerhöhung erforderlich werden, entsprechende automatisierte, Zu- und Abluftanlagen zu installieren, wenngleich auf Rohrleitungssystemen aus hygienischen Gründen weitgehend zu verzichten ist. Einzelraumlüfter haben sich in diesem Zusammenhang bisher gut bewährt. Idealerweise sollten diese Geräte aus Energieeffizienzgründen CO2 und feuchtigkeitsgeführt gesteuert werden. Die Sinnhaftigkeit von nachträglichen Falzlüftern, integrierten Fensterlüftern etc. sei dahingestellt.

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